(keine Normkennzeichnung)
Gleditschie (Gleditsia triacanthos): Querschnitt (ca. 10x)
© Thünen
Botanische Bezeichnung Gleditsia triacanthus, Familie Fabaceae-Caesalpinioideae
Verbreitung Mittleres und östliches Nordamerika, weltweit kultiviert in gemäßigten Klimazonen
Weitere Handelsnamen KlimazonenLederhülsenbaum, dreidornige Gleditschie, Schotenbaum, Honig-dorn, Falscher Christusdorn (DE); honeyshucks, Shucks honey-locust, squeak bean, sweet bean, sweetlocust, thornlocust, thorn tree, thorny Acacia, thorny locust, three-thorned Locust (US, CA); carouage à miel, épine du Christ, févier, (FR); spino di guida (IT); acacia americana (ES); acacia negra (AR)

Kurzbeschreibung

Die aus Nordamerika stammende und dort unter dem Namen Honey locust bekannte Gleditschie wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht und als Park- und Alleebaum sowie zur Haldenbegrünung gepflanzt. Forstlich spielt der Baum in Österreich eine gewisse Rolle, in Argentinien ist er seit einigen Jahrzehnten Bestandteil von Aufforstungen mit dem Ziel der Holzproduktion. Das in Europa gelegentlich verfügbare Holz mit attraktiver Farbgebung und Maserung stammt aus den USA oder von älteren Park- und Straßenbäumen. Gleditsia triacanthus unterliegt keinen Schutzbestimmungen.

Farbe und Struktur

Kernholz hell- bis mittelbraun, gelegentlich mit lachsfarbener Tönung und dunkle-ren Farbstreifen; deutlich vom gelblich-weißen, breiten Splint abgesetzt. Holz ringporig mit einer breiten Zone größerer Frühholzporen, eingebettet in helle Speicherzellen. Spätholzporen ebenfalls mit hellem Speichergewebe assoziiert und z. T. in diagonal verlaufenden Bändchen gruppiert. Die scharf abgesetzten Zuwachszonen ergeben auf Längsflächen ein markantes Streifen- bzw. Fladerbild. Holzstrahlen mittelgroß, auf Radialflächen auf-fällige Spiegel bildend. Faserverlauf gerade, bei krummer oder exzen-trischer Wuchsform auch unregelmäßig. Trockenes Holz geruchlos.

Gesamtcharakter

Ringporiges, mittelschweres Holz mit grober Textur und matt-seidigem Glanz, attrak-tive Farbgebung und Maserung.

Rohdichte lufttrocken (12-15% u) 0,64–0,71–0,76 g/cm³
Druckfestigkeit u12-15 52–63–75 N/mm²
Biegefestigkeit u12-15 100–110(–147) N/mm²
Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15 11 240–16 300 N/mm²
Bruchschlagbarkeit k.A. kJ/m²
Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet 7,0–8,6 kN
Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15 29–34 N/mm²
Trocknungsschwindmaß (radial)
Trocknungsschwindmaß (tangential)
Differentielles Schwindmass (radial) 0,33 %
Differentielles Schwindmass (tangential) 0,47 %
pH-Wert k.A.
Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2) Klasse 1–2

Bearbeitbarkeit

Das Holz ist mittelschwer mit Festigkeiten, die in etwa Weißeiche entsprechen. Geradfaseriges Holz ist maschinell gut zu bearbeiten, nur bei stark unregelmäßigem Faserverlauf ist die Bearbeitung erschwert. Von gut dimensionierten Stämmen können nach thermischer Behandlung dekorative Messerfurniere hergestellt werden. Für Nägel und Schrauben sollte wegen leichter Spaltbarkeit vorgebohrt werden. Die Verklebbarkeit ist bei engringigem Holz gut, bei schnellwüchsigem, weitringigem Holz mitunter erschwert. Die Oberflächenbehandlung bereitet keine Schwierigkeiten; bei der Verwendung von filmbildenden Präparaten ist eine ausreichende Grundierung erforderlich.

Trocknung

Die mäßigen Schwindwerte verleihen dem Holz ein moderates Stehvermögen, die wenigen Erfahrungen mit der Trocknung stammen aus Nordamerika. Danach verläuft die Freilufttrocknung sehr langsam mit starker Neigung zu Bildung von Endrissen und z. T. tiefen Oberflächenrissen, vor allem bei Dicken über 35 mm. Für die technische Trocknung werden schonende Programme vorgeschlagen wie z. B. die für Weißeiche (Quercus spp.) oder Persimmon (Diospyros virginiana).

Natürliche Dauerhaftigkeit

Das Kernholz ist dauerhaft gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten und kann sowohl im Innen- wie auch im Außenbereich eingesetzt werden.

Verwendungsbereiche

Angesichts geringer Verfügbarkeit und meist kleiner Dimensionen sind die Verwendungsmöglichkeiten eingeschränkt. Früher in den USA übliche Anwendungen, wie Zaunpfähle oder Schwellen sind wegen des geringen Aufkommens nicht mehr gängig. Derzeit wird das dekorative Holz für die Fertigung von Luxusmöbeln, Decken von Gitarren und für Drechselarbeiten verarbeitet. Auch für Riemen- und Mosaik-parkett, Treppenbau und Messerfurniere ist das Holz geeignet, Verfügbarkeit vorausgesetzt.

Anmerkungen

Wegen ähnlicher Handelsnamen werden Gleditschie (honey locust) und Robinie (black locust) häufig verwechselt. Obwohl nicht näher mit der Robinie verwandt, liefert die Gleditschie ein strukturell ähnliches, eher bräunliches und etwas leichteres Holz.

Literatur

Materialarchiv (o. J.). Gleditschie. https://materialarchiv.ch/de/ma:material_1181?type=all&n=TechnischeEigenschaften

Purdue University (o. J.). Hardwood and Veneer Series: Honey locust. www.extension.purdue.edu/extmedia/fnr/fnr-286-w.pdf

The Wood Database (o. J.). Honey locust. www.wood-database.com/honey-locust

USDA Forest Service (o. J.). Technology Transfer Sheet: Honey locust.www.fpl.fs.usda.gov/research/centers/woodanatomy/index.php

Quelle: GD Holz